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08.09.2016
Bildungspolitik

GDK und OdASanté publizieren Nationalen Versorgungsbericht 2016

Die Ausbildungsabschlüsse in den Gesundheitsberufen konnten in der Schweiz zwischen 2010 und 2014 deutlich gesteigert werden: in den Pflegeberufen um 30 Prozent, in den medizinisch-technisch und medizinisch-therapeutischen Berufen sogar um fast 50 Prozent. Dennoch: Die Abschlüsse in den Gesundheitsberufen decken nur knapp 60 Prozent des jährlichen Nachwuchsbedarfs.

Zu diesem Schluss kommt der Nationale Versorgungsbericht für die nicht-universitären Gesundheitsberufe, der von der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) und von der Nationalen Dach-Organisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdASanté) in Auftrag gegeben worden ist. GDK und OdASanté appellieren an die Branche, die Massnahmen in allen Handlungsbereichen fortzuführen und zu verstärken.

2014 waren in der Schweiz insgesamt 202'000 nicht-universitäre Gesundheitsfachpersonen in den Gesundheitsinstitutionen tätig; 178'800 von ihnen im Bereich Pflege und Betreuung. Der Personalbestand hat damit gegenüber 2010 um 13% zugenommen. Spitzenreiter sind die Spitex-Organisationen mit einem Personalzuwachs von 20.5%. Bis ins Jahr 2030 werden laut den Prognosen des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) 244'000 Fachpersonen im Bereich Pflege und Betreuung benötigt werden. Am stärksten wird die Zunahme mit 28'000 Fachpersonen in den Pflegeheimen (+44%) und mit 19'000 zusätzlichen Fachpersonen bei den Spitex-Organisationen (+57%) ausfallen.

Erfreuliche Steigerung der Ausbildungsabschlüsse

Die Ausbildungsabschlüsse haben sich seit 2009, als der erste Nationale Versorgungsbericht publiziert wurde, insgesamt sehr positiv entwickelt. Im Bereich Pflege und Betreuung hat die Zahl der Abschlüsse zwischen 2010 und 2014 gesamthaft um 32% auf 8'160 Abschlüsse zugenommen. Die höchste Zunahme verzeichnet die berufliche Grundbildung zur Fachfrau Gesundheit (FaGe EFZ): 2014 wurden 3710 Zeugnisse ausgestellt, was gegenüber 2010 einer Steigerung um 45% entspricht. Bei den Hebammen sowie den medizinisch-technischen und medizinisch-therapeutischen Berufen haben die Abschlusszahlen insgesamt um 48% auf 1'400 zugenommen.

Diese erfreuliche Steigerung wäre ohne enorme Ausbildungsleistungen der Betriebe des Gesundheitswesens nicht möglich gewesen. Die noch junge Ausbildung zur FaGe gehört nach dem KV und dem Detailhandel zu den meistgewählten beruflichen Grundbildungen in der Schweiz.

Jährlicher Nachwuchsbedarf nicht erfüllt

Trotz der Ausbildungsoffensive und der erfreulichen Entwicklung bei der Ausbildungstätigkeit entspricht die Zahl der Abschlüsse in den Gesundheitsberufen von 2014 nur knapp 60% des geschätzten jährlichen Nachwuchsbedarfs bis ins Jahr 2025. Im Bereich Pflege und Betreuung werden rund 56% des Bedarfs erreicht. Die Betriebe rekrutieren das fehlende Personal heute aus dem Ausland: So kommen auf drei in der Schweiz ausgebildete Pflegefachpersonen jeweils zwei Personen mit ausländischem Pflegediplom.

Mehrbedarf und Berufsverweildauer als entscheidende Faktoren

Der tiefe Deckungsgrad ist zum einen mit dem wachsenden Personalbedarf und zum andern mit der Berufsverweildauer des Gesundheitspersonals zu erklären. Nebst den Anstrengungen bei der Ausbildungstätigkeit haben Massnahmen zur Personalerhaltung deshalb oberste Priorität. Angesichts der demografischen Entwicklung sind aber auch Ansätze nötig, um die prognostizierte Bedarfszunahme zu dämpfen. Gefragt sind etwa neue Zusammenarbeits- und Organisationsmodelle der Versorgung, aber auch Massnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung und der Prävention. Der Versorgungsbericht zeigt Massnahmen und Beispiele guter Praxis in den verschiedenen Handlungsbereichen auf. Alle Akteure sind gefordert, bei der Umsetzung mitzuarbeiten, damit die Gesundheitsversorgung langfristig gesichert werden kann.

Weiterführende Informationen und Dokumente

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