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Besuch aus Dänemark: "Schweizer Bildungssystem lässt alle Wege offen"

Am 6. März 2024 nahmen OdASanté, die Insel Gruppe AG und die OdA Gesundheit Bern eine offizielle dänische Delegation auf dem Insel Campus in Bern in Empfang. Die angereisten Parlamentarierinnen und Parlamentarier sowie die Vertreterinnen und Vertreter der dänischen Botschaft informierten sich über das Schweizer Bildungssystem.

Dänische Delegation in Bern mit Vertreterinnen und Vertretern von OdASanté, der OdA Gesundheit Bern und der Insel Gruppe AG

Die Delegationsvorsitzende Astrid Krag von der dänischen Sozialdemokratischen Partei zeigte sich am Rande des Besuchs ihrer Parlamentarierinnen- und Parlamentariergruppe in der Schweiz sehr beeindruckt: "Es ist inspirierend, einen so gut strukturierten Bildungsaufbau zu sehen." Dabei nahm sie Bezug auf die zuvor gehörten Präsentationen von OdASanté, der Insel Gruppe AG und der OdA Gesundheit Bern sowie auf die Erlebnisberichte einer Fachfrau Gesundheit in Ausbildung, einer Bildungsverantwortlichen und einer Praxisausbildnerin Pflege.

Im Fokus des Treffens stand das Erkunden der Berufsbildung in der Schweiz, insbesondere im Gesundheitsbereich. Ein besonderes Augenmerk lag auf den Bildungsmöglichkeiten der Sekundarstufe II. Denn im Vergleich zur Schweiz wählen in Dänemark nur etwa 20 Prozent der Jugendlichen einen beruflichen Bildungsweg, während die grosse Mehrheit nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit das Gymnasium besucht. Die anwesenden Parlamentarierinnen und Parlamentarier zeigten Interesse daran, diesen Aspekt näher zu untersuchen und mögliche Ansätze zu diskutieren.

Arbeitsmarktfähigkeit und Zufriedenheit im Beruf

OdASanté-Geschäftsführerin Alexandra Heilbronner betonte gegenüber der dänischen Delegation die Wichtigkeit der Berufsbildung, sei sie doch ein zentraler Pfeiler für die Wirtschaft. “Arbeitsmarktfähigkeit, Berufsstolz und eine lebbare Berufsethik sind Elemente, die für die Zufriedenheit der Berufsleute in ihrem Beruf von grosser Bedeutung sind. Es darf nicht sein, dass eine Stigmatisierung stattfindet, indem der Weg über die Berufsbildung als nachteilig betrachtet wird.”

Der Beruf der Fachfrau respektive des Fachmanns Gesundheit geniesst in der Schweizerischen Gesundheitsversorgung einen guten Ruf, bestätigte in seiner Rede André Zbinden, Leiter Systementwicklung bei OdASanté. Er legte die vielfältigen Gründe dafür dar: Verankerung in der Praxis, Durchlässigkeit, Verbundpartnerschaft und politische Akzeptanz. Seit der Einführung des Berufs seien ein beachtlicher Zuspruch und eine hohe Nachfrage verzeichnet worden. Das würden nicht zuletzt die Zahlen belegen: “Die Zahl der Abschlüsse in den letzten zwanzig Jahren ist von durchschnittlich 2100 auf 4800 angestiegen.” In seinen weiteren Ausführungen kam André Zbinden zum Schluss, dass die Berufsinhalte von der Branche definiert werden, während das “Gesetz” nur den Rahmen vorgebe.

2500 Lernende pro Jahr in den ÜK

“Im Kanton Bern gibt es insgesamt 350 Bildungsbetriebe, die Ausbildungen auf Sekundarstufe II anbieten”, sagte André Pfanner, Geschäftsführer der OdA Gesundheit Bern, womit er die Wichtigkeit des Lernortes Praxis im gesamten Berufsbildungssystem betonte. In seiner Präsentation beschrieb er die Rollen der drei Lernorte, insbesondere jene der Überbetrieblichen Kurse ÜK. Diese würden eine Verbindung von theoretischem Wissen mit praktischer Anwendung ermöglichen und als Bindeglied zwischen Schule und Betrieb fungieren. “Sie helfen den Lernenden, die erforderlichen Fähigkeiten während ihrer Ausbildung zu erlangen.” Insgesamt werden bei der OdA Gesundheit Bern 2500 Lernende betreut, angeleitet von Fachpersonen, die mit der Praxis in Verbindung stehen.

Niedrige Drop-Out-Quote

Die OdA Gesundheit Bern steht somit den Betrieben sehr nahe. Betriebe, wie die Insel Gruppe AG. Monika Schäfer, Bereichsleiterin Aus- und Weiterbildung Gesundheitsberufe Direktion Pflege, und Andrea Deiss, Abteilungsleiterin Ausbildung Sekundarstufe II, erläuterten in ihrer Präsentation, wie die berufliche Grundbildung im Ausbildungsbetrieb organisiert wird, welche Fachpersonen in den unterschiedlichen Funktionen beteiligt sind und worauf beim Recruiting von Auszubildenden geachtet wird. “Die Auswahl erfolgt nach einem bewährten System, das sich positiv auf die niedrige Abbruchquote, die Drop-Out-Quote, auswirkt. Damit der Übergang von der Volksschule zur Berufslehre trotzdem gelingt, werden die Lernenden während der betrieblichen Ausbildung mit Mentoring-Programmen begleitet und aktiv unterstützt.” Dies bestätigten die mitanwesende Berufsbildungsverantwortliche Nadine Windberg, die Praxisausbildnerin Léanne Wolfensberger und Novalee Steiner, Fachfrau Gesundheit in Ausbildung. Gemeinsam konnten sie gegenüber der dänischen Delegation ein Bild vermitteln, wie Ausbildung professionell, unterstützend und motivierend im dynamischen Berufsumfeld stattfindet – zugunsten einer guten Bildungsqualität und der Nachwuchsförderung.

Nähe zwischen Arbeitsmarkt und Bildungssystem “bewundernswert”

Auch in Dänemark wird Bildungsqualität grossgeschrieben und es zeigte sich, dass die beiden Länder analogen Herausforderungen entgegenblicken. Astrid Krag: “Überall auf der Welt blicken wir in eine Zukunft, in der es an qualifiziertem Gesundheitspersonal mangelt, weil die Bevölkerung immer älter wird. In der Arbeitswelt rücken immer weniger junge Menschen nach. Es ist inspirierend zu sehen, dass in der Schweiz die Schule so eng mit den Unternehmen zusammenarbeitet und so bedarfsorientiert ist. Und dass das, was man zum Beispiel im Akutbereich tatsächlich braucht, auch Teil der Ausbildung in den Schulen ist. Diese Nähe zwischen dem tatsächlichen Bedarf auf dem Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen und dem Bildungssystem ist bewundernswert. Das Wichtigste, was wir mit nach Hause nehmen, ist die Tatsache, dass das Schweizer System dank der Durchlässigkeit alle Wege offen lässt.”